Amalgam und die Krankenkasse

Warum wird diese Füllung von der Krankenkasse bezahlt?

So manch ein Patient, der sich zur Behandlung in eine Zahnarztpraxis begibt, muss danach oftmals die erbrachten ganz oder teilweise selbst bezahlen. Wird eine Amalgam-Füllung verwendet, ist diese generell kostenfrei. Warum ist dies so? Zeigt sich hier die Krankenkasse ausserordentlich spendabel?

Prinzipiell gilt, dass die gesetzliche Krankenkasse in Deutschland für eine medizinische Grundversorgung aufzukommen hat. Amalgam-Füllungen fallen unter die Regelleistungen einer Krankenkasse und sind daher immer zu 100 Prozent kostenlos.

Lediglich ein Medizinprodukt

Beim nicht medizinisch vorgebildeten Patienten ist oft die genaue Bedeutung der genauen Terminologie nicht bekannt. Es handelt sich beim Füllstoff Amalgam nicht um ein Medikament, sondern lediglich um ein ordentlich zugelassenes Medizinprodukt. Da zudem tatsächlich eine Vielzahl von Studien vorliegen, die die Ungefährlichkeit von Amalgam belegen, wird dieses Produkt von der Krankenkasse in voller Höhe bezahlt.

Schädlich oder nicht?

Es gibt eine Menge von Studien, die die Unbedenklichkeit, aber auch die Schädlichkeit von Amalgam untersuchen. Empfiehlt die Seite der Bedenkenträger aufgrund des enthaltenden Quecksilbers die sofortige Entfernung aller Amalgam-Füllungen, weisen die Befürworter auf die sehr minimalen Anteile des Quecksilbers hin. Es wird wohl noch einige Zeit dauern, bis sich hier Medizin und Wissenschaft einig sind.

Was genau ist Amalgam?

Es handelt sich hierbei um eine Metalllegierung, die zur Hälfte aus flüssigem Quecksilber und zur anderen Hälfte aus Schwermetallen wie Zinn, Kupfer und Silber in Pulverform besteht. Bei der Herstellung werden diese Komponenten miteinander vermischt.

Die Verarbeitung von Amalgam hat gewisse Vorteile, sowohl für den Patienten wie für den behandelnden Arzt und schlussendlich auch für die Krankenkasse.

Günstig in der Herstellung

Die Krankenkasse handelt immer kostenorientiert. Darin liegt wohl auch der Grund, warum die Kostenübernahme für eine Amalgam-Füllung bei der gesetzlichen Krankenkasse zu 100 Prozent stattfindet. Amalgam ist sehr preiswert herzustellen und ist wahrscheinlich unter allen anderen Füllmaterialien die günstigste Lösung.

Einfach zu verarbeiten

Eine Füllung mit Amalgam zu versehen, stellt für den Zahnarzt aufgrund der Beschaffenheit des Füllstoffes keine besondere Herausforderung dar und ist entsprechend schnell ausgeführt.

Überzeugendes Material

Die Festigkeit von Amalgam ist dem des natürlichen Zahnes ebenbürtig, ein unschätzbarer Vorteil, gerade wenn eine kostengünstige Zahnbehandlung im Vordergrund steht.

Das in der Amalgam-Füllung befindliche Quecksilber verbindet sich sehr fest mit dem natürlichen Zahn und macht die Füllung extrem stabil und langlebig. Das ist besonders gut für die druckbelasteten Stellen an den Seiten. Übrigens ist es auch nur dort uneingeschränkt verwendbar. Es wird auch noch gelegentlich im Frontzahnbereich verwendet, aber der Trend geht dort eindeutig zu anderen Füllstoffen.

Bakterienresistenz

Amalgam ist sehr widerstandsfähig gegen Kariesbakterien und unterbindet durch seine Eigenschaften wirkungsvoll eine weitere Vermehrung.

Es gibt also eine Menge Vorteile, die auf den ersten Blick, aus der kostentechnischen Sicht einer Krankenkasse, für den Einsatz von Amalgam sprechen. Der Grund der 100-prozentigen Kostenübernahme durch die Krankenkasse liegt daher auf der Hand, zumal es bislang keine wirklichen Alternativen zu einem Werkstoff im gleichen Preissegment zu geben scheint.

Ob man aus gesundheitlicher Sicht dem Einsatz von Amalgam bei der nächsten Zahnbehandlung zustimmen sollte, muss wohl jeder Patient für sich selbst entscheiden.