Amalgam-Entfernung mit mehreren Hilfsmitteln

Die Entfernung alter Amalgam-Füllungen kann der Zahnarzt mit mehreren Methoden vornehmen. Das Anlegen einer Sauerstoff-Nasensonde gehört zu den üblichen Instrumenten bei einer Amalgam-Entfernung. Dabei wird dem Patienten medizinischer Sauerstoff zugeführt. Dieser wird über die Nasensonde transportiert. Er soll dafür sorgen, dass der Patient eigenständig einatmet. Dabei könnten Quecksilberdämpfe über den Atem in den Körper gelangen. Gerade wegen des Quecksilbers ist Amalgam in Verruf geraten und wird heutzutage nicht mehr als Füllmaterial eingesetzt. Die Nasensonde besteht aus zwei weichen Endteilen, die in die Nasenlöcher verbracht werden. Sie werden mit Pflastern befestigt. Damit ist sichergestellt, dass die Nasensonde während der Behandlung an Ort und Stelle bleibt. Möchte der Zahnarzt dafür sorgen, dass der Patient auch leicht sediert werden kann, wird er eine Nasenmaske einsetzen. Über die Nasenmaske kann einem Zahnarztangst-Patienten über den Sauerstoff hinaus auch Lachgas zugeführt werden.

Amalgam-Entfernung mit Augenschutzbrille und Mundspülung

Während einer Amalgam-Entfernung tragen alle Anwesenden eine Augenschutzbrille. Diese Brillen sorgen dafür, dass absolut kein Amalgam-Teilchen in die Augen gelangen kann. Bei der Amalgam-Entfernung wird das Amalgam weggeschliffen. Dabei entstehen winzige Amalgam-Partikel, die aus der Mundhöhle herausfliegen und dabei leicht in die Augen geraten könnten. Das droht nicht nur dem Patienten, sondern auch dem Zahnarzt und seinem Team. Zum Abschluss der Behandlung muss der Zahnarzt dafür sorgen, dass keinerlei Spuren von Quecksilber im Mundraum verbeiben. Dafür wird der Mund mit einer schwefelhaltigen Mundspüllösung versorgt. Diese kann entweder in den Mund gesprüht werden oder direkt als Spülung in den Mund gegeben werden. Der Schwefel sorgt dafür, dass verbleibende Partikel gebunden und ausgespuckt werden.

Auch Golddampf und Schnellläufer gehören dazu

Übliche Schleifinstrumente, auch als Turbinen bezeichnet, haben eine Leistungsfähigkeit von bis zu 450.000 Umdrehungen pro Minute. Sie entwickeln sehr viel Wärme und können daher zu einem stärkeren Aufkommen von Quecksilberdämpfen führen. Für eine Amalgam-Entfernung werden sogenannte Schnellläufer bevorzugt. Diese können nur eine weitaus geringere Umdrehungszahl produzieren, etwa halb so viele wie die normalen Instrumente. Beim Einsatz von Bohrern wird ebenfalls auf eine geringe Wärme-Erzeugung geachtet. Spezielle Bohrer mit sehr hoher Schneidewirkung werden daher bevorzugt. Der Schutz vor Quecksilber kann auch mit einer besonderen Atemmaske funktionieren. Diese Atemschutzmaske wird mit Gold bedampft und bietet dem Patienten damit einen weiteren Schutz. Der Golddampf bindet das Quecksilber und verhindert das Eindringen in die Nase. Goldbedampfte Atemschutzmasken sind Einmal-Masken, sie werden nach der Behandlung entsorgt.