Amalgam-Entfernung nur mit Schutzmaßnahmen

Die meisten Patienten entschließen sich, noch vorhandene Amalgam-Füllungen vom Zahnarzt entfernen zu lassen. Im vorhinein kann man sich über die Schutzmaßnahmen informieren, die der Zahnarzt dabei einsetzt. Solche Maßnahmen sind erforderlich, um eine Belastung des Körpers durch Quecksilber zu vermeiden. Eine Amalgam-Entfernung ohne Schutzmaßnahmen führt dazu, dass der Körper innerhalb von ein paar Minuten sehr stark mit Quecksilber belastet wird. Zum Vergleich: die Menge entspricht ungefähr der Menge von Quecksilber, die eine Zahnfüllung innerhalb von zehn Jahren abgegeben hätte. Die Konsequenz einer Amalgam-Entfernung ohne Schutzmaßnahmen wäre unweigerlich, dass der Patient relativ schnell Nebenwirlungen spüren würde.

Welche Schutzmaßnahmen bei Amalgam-Entfernung?

Die Liste der Schutzmaßnahmen, die bei einer Amalgam-Entfernung angewendet werden müssen, ist lang. Doch nur, wenn der Zahnarzt sämtliche Maßnahmen einsetzt, kann eine Quecksilber-Belastung für den Körper nahezu ausgeschlossen werden. Die Behandung beginnt damit, dass das Behandlungszimmer ausgiebig belüftet wird. Während der Entfernungsprozedur entsteht in der Mundhöhle Quecksilberdampf, der bei geöffnetem Mund in die Raumluft einfließt. Damit der Patient und des zahnärztliche Team diesen giftigen Dampf nicht einatmen, sorgt man mit geöffneten Fenstern und Türen für Durchzug. Um auf Nummer sicher zu gehen, muss der Patient medizinische Aktivkohle einnehmen und dazu ein großes Glas Wasser trinken. Medizinische Aktivkohle ist ein Entgiftungsmittel. Es bindet Giftstoffe in Magen und Darm und sorgt dafür, dass diese auf normalem Verdauungsweg ausgeschieden werden. Nebenwirkungen hat Aktivkohle nicht, denn sie besteht aus reinem körpereigenem Kohlenstoff.

Amalgam-Entfernung: Kofferdamm und vieles mehr

Der nächste Schritt bei der Amalgam-Entfernung ist das Anlegen eines Kofferdamms. Der Zahnarzt legt dieses Tuch in den Mund, das aus geschmeidigen Meterial wie zum Beispiel Latex gefertigt wird. Der Kofferdamm kann jedoch nicht gänzlich verhindern, dass der feine Quecksilberdampf in den Mundraum gelangen kann. Daher muss der Patient direkt vor dem Anlegen des Kofferdamms eine schwefelhaltige Mundspülung durchführen. Diese Spülung muss die Mundschleimhaut komplett erreichen. Sollte Quecksilberdampf durch den Kofferdamm hindurch auf die Mundschleimhaut gelangen, bindet der Schwefel dieses Quecksilber, bevor die Mundschleimhaut es aufnehmen kann. Grundsätzlich deckt der Kofferdamm allerdings die Mundhöhle so ab, dass nur die Zähne freiliegen, die behandelt werden sollen. Er verhindert zudem, dass der Patient Amalgam-Partikel aus Versehen verschluckt. Und schließlich sorgt der Kofferdamm dafür, dass entfernte Amalgam-Teilchen auf die Mundschleimhaut gelanden und dort optische Spuren hinterlassen. Die Zahnmedizin spricht hier von einer Amalgam-Tätowierung.